Michael Jäger

Geboren 1956 in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Köln

„Ab wann wird aus einem Stück Holz ein Stuhl“

Öl/Lack Malerei auf Acrylglas: kein formales Instrument. Sondern vielmehr sein inhaltliches Credo.

Ein Statement dazu, wie Malerei heute gegenwärtig sein kann, wie sie sich lustvoll zeigen, und dabei ihre autonome Energie ausspielen kann, und wie sie zugleich diese emphatische Präsenz abkühlen und sie uns entziehen kann.

Dialektische Verknüpfung aus Nähe und Ferne

1)Erster Eindruck: Direkte, körperliche Präsenz des Bildes

2) dann erblicken wir uns in der Spiegelung des Glases,

3) nach dieser nicht in allen Fällen angenehmen Selbstbegegnung
stoßen wir darauf, dass die Farbe,die so präsent scheint,
wie in einer Art Aquariumseffekt von uns getrennt ist.

Und wenn wir dann endlich bei der Farbe selbst angekommen sind erkennen wir plötzlich, dass wir eigentlich streng genommen alle Bilder von hinten betrachten: Die Malschicht, die sich uns zeigt, ist nicht etwa, wie bei einem Leinwandbild die letzte Malschicht, sondern die erste, durch die alle weiteren mehr oder weniger durchschimmern.

Diese Bilder sind Fenster, durch die wir sozusagen nicht in eine idealere Wirklichkeit schauen (Alberti), sondern in ihre Vergangenheit beziehungsweise in die Vergangenheit des malerischen Prozesses. Das Glas, auf dem sie aufgemalt sind, macht sie zu einer semipermeablen, von zwei Seiten zugänglichen Membran.

Auszug einer Eröffnungsrede im Januar 2014 in der Artothek in Köln Prof.Dr. Stephan Berg: Intendant des Kunstmuseum Bonn


Der in 1956 in Düsseldorf geborene und heute in Köln lebende Maler Michael Jäger ist weit über die nationalen Grenzen hinaus für seine unverwechselbare künstlerische Position bekannt.Seine Malerei ist Hinterglasmalerei oft in Kombination mit raumgreifenden raumbezogenen Wandmalereien, in die seine Hinterglasbilder eingefügt werden.

Bei letzteren erarbeitet er in häufig lange andauernden Prozessen seine komplexen Kompositionen mit unterschiedlichen Lacken hinter glänzendes Acrylglas. Gestisches begegnet Konstruktivem, monochrome Farbflächen treffen auf organisch anmutende Strukturen, alles scheint möglich und alles scheint sich zu überlagern, beeinflusst und befruchtet sich gegenseitig. Es gibt keine Bildhierarchie mehr. Der Betrachter sieht sich in virtuose Bildräume hineingezogen.

Jägers Begeisterung für den Jazz findet oft, wie z.B. bei der für YC produzierten Edition, seinen Widerhall in verschiedenen Bildzitaten. Überhaupt ist das Zitat in seinen Werken ein sehr wichtiges Moment, in dem der Betrachter, es lesend, Kontexte erkennen und sich über das Werk hinaus in Michael Jägers Welt hineinbewegen kann. Die Spiegelung im Acrylglas tut ihr Übriges und bezieht die reale Welt in dieses spannende Spiel von Bezügen ein.

 

Werke des Künstlers

        

 Referenzen-Michael_Jaeger-01-Boltenstern-3  Referenzen-Michael_Jaeger-02-Lester-1  Referenzen-Michael_Jaeger-03-Bill-4.jpg  Referenzen-Michael_Jaeger-04-ACT1.jpg
  Referenzen-Michael_Jaeger-05-Gemenge-35.jpg  Referenzen-Michael_Jaeger-06-SWOOP-1-3.jpg   Referenzen-Michael_Jaeger-07-Whizz-Bang.jpg  Weitere Arbeiten des Künstlers

 

Verschiedene Gastprofessuren (Justus Liebig Universität Gießen, J. W. Goethe Universität, Frankfurt a.M. und Burg Giebichenstein, Halle), diverse nationale und internationale Stipendien Ausstellungen (Auswahl seit 2004)

2004:        Zwillinge,Morat Institut für Kunst, Freiburg twilight,Städt. Galerie Gladbeck
2005:        ping pong ping, Bellevue Saal, Wiesbaden (mit Birgit Luxenburger)
2006:        Zwischenraum, Kunsthalle Recklinghausen (mit Krimhild Becker) Salon Ornet, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen
2009:        Energetic Frieda mit David Harley, Projektraum RMIT/Melbourne Händisch 2, MUKA Gallery, Auckland NZ
2010:        Woraus Wodurch, Städtische Galerie Waldkraiburg The desire to be elsewhere,
                  RMIT Gallery/Melbourne mit Destiny Deacon
2011:        Pollyanna, Galerie Nord LB, Hannover
2012:        Jetzt nicht, St Petri , Lübeck , mit Wilhelm Mundt Martin Assig- Michael Jäger, Kunstraum Heiddorf
2014:        einszumanderen, artothek, Köln Bells, Raum x, London
2016:        Whizz Bang, Märkisches Museum , Witten
2017:        JÄGERPALMTAG, Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg

Editionen oder Unikate

AktionMonk we see
Michael Jäger

Monk we see

1.395€

2017, Unikatserie,
Acrylglas, UV Druck, Acryl, Öl,
auf Dibond, 39 x 26cm