Birgit Jensen

Geboren 1957 in Würzburg/Main, wohnt und arbeitet in Düsseldorf, Kunststudium 1976-82 an der Hochschule der Künste in Berlin, DAAD Stipendium 1982 in Mailand, 2000 Stipendium des Kunstfonds e.V. Bonn

Das technische Bild ist das Ausgangsmaterial für meine Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragestellungen der Jetztzeit. Seit 1991 realisiere ich meine künstlerische Arbeit im Siebdruckverfahren auf Leinwand. Über die Zwischenstufe der analogen Drucktechnik werden die Phänomene und Probleme digitaler Bilder reflektiert. Das Spiel mit den optischen Effekten von Textur und Raster resultiert aus der Vermischung fotografischer und malerisch-grafischer Information. Das Bild wird als Hybrid erfahrbar.

Störfelder entstehen durch analoge, nicht digitale Aktionen, Formzusammenhänge werden fragmentiert, Materialität wird verflüssigt, die visuelle Information ist instabil.

Birgit Jensen 2016

Auf den ersten Blick mag es verwundern. Birgit Jensen ist Malerin, genauer Landschaftsmalerin.
Was wir auf Ihren Bildern sehen, sieht zunächst so gar nicht danach aus. Auf den ersten, und auch den zweiten Blick findet sich kaum etwas, dem man unmittelbar wiedererkennbare Naturvorbilder zuordnen kann. Aber, wie so oft, lohnt hier ein dritter und vierter Blick enorm.

Das, was die in Düsseldorf lebende Künstlerin zeigt, ist im strengen Sinne nicht gemalt, sondern gedruckt. Sie arbeitet mit Siebdruck. Letztlich zeigt das Bild – ähnlich der Fotografie - eine Addition von Farbpunkten.

Spätestens seit Pop Art Künstlern wie Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Tom Wesselmann ist Siebdruck als Bildgebungsverfahren, das zunächst vor allem in der Werbegrafik beheimatet war, in der Kunst hoffähig. Birgit Jensen ist in sehr guter Gesellschaft. Durch das Druckverfahren kombiniert die Künstlerin auf unverwechselbare Weise Abbildhaftigkeit und Abstraktion. Oft wird das Vorbild durch Verpixelung bzw. Aufrasterung bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Das technische Verfahren führt zu einer starken Vergröberung, teilweise zum „Aufblasen der Bildinformation“ mit zeitgleicher Reduktion auf Kontur und Farbe.

Der Begriff der Bildmanipulation hat bei Jensen eine ganz eigene Bedeutung. Allerdings entstehen die Bilder der Düsseldorferin auf analoge Weise und stellen einen willkommenen Kontrapunkt zur allgegenwärtigen digitalen Manipulation dar. Das entstandene Neue lässt den Betrachter auf die Suche nach Erkennbarem gehen. Abstand zu nehmen vom Bild hilft immer wieder. Jensens Bilder fordern langsames und langes Sehen, um sich das Gegenüber langsam zu erschließen. Birgit Jensen fordert und fördert unsere Fantasie enorm.

Werke des Künstlers

        

         Weitere Arbeiten des Künstlers

Ausstellungen (Auswahl)

2017      Künstler Gut Loitz e. V., Flugblätter
2016      Dordrecht, NL, Pictura (mit Hannes Norberg) (E) Haus der Kunst #1, Cantieri Culturali alla Zisa, Palermo
2015      Ratingen, Museum Ratingen (mit Jörg Steinmann) (E)
2014      Iserlohn, Villa Wesel (E)
2012      Linz a. Rhein, Kunstverein (K, E)
2011      Duisburg, Kunstverein (E)
2007      Mülheim an der Ruhr, Kunstmuseum (K, E)
2006      Museum Baden, Solingen
2005      Heimspiel, Museum im Kulturspeicher, Würzburg (K) Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM Karlruhe (K)
2002      Lübeck, Overbeck-Gesellschaft (K, E)
1999      FarbLicht, Städtische Galerie Würzburg; Kunstmuseum Heidenheim (K)
1997      Arnsberg, Kunstverein Arnsberg (mit Pia Fries) (E)
1996      Nähe und Ferne, Städtische Kunsthalle, Sofia (K)
1994      Das Bemalen der Palmblätter, Kunsthalle zu Kiel (K)

(E) Einzelausstellung / (K) Katalog

Editionen oder Unikate

AktionFUNYC I-X
Birgit Jensen

FUNYC I-X

783€

2017, Auflage I - X,
Siebdruck-Unikate, aufgez.
auf Mulitplex, 40 x 40 cm