Paris sous la neige, Paris im Schnee ---- Februar 2018


Paris sous la neige, Paris im Schnee ---- Februar 2018

 

Das reicht eigentlich schon als Abenteuer.
Aber ein Treffen mit Künstlern, um neue Editionen für youngcollectors zu besprechen und zu organisieren, ist um ein Vielfaches spannender.
Der Reihe nach:


Seit Sommer 2017 mussten wir den Besuch bei Vera Molnar immer wieder verschieben, weil die fürchterlichen Regengüsse seinerzeit das Atelier und alle geplanten Arbeiten unter Wasser gesetzt hatten. Jetzt waren die Reparatur-Arbeiten abgeschlossen und so sollte ein neuer Versuch gestartet werden. Abfahrt 6. Februar 2018. Nach zügiger Fahrt brach 149km vor Paris an der Maut-Station (péage) das Chaos über uns herein, absolute Sperrung und Stillstand auf der Autobahn, Schneefall, Fahrverbot für LKW, kurz: für die letzten 148km haben wir 8 Stden gebraucht.


Am nächsten Morgen Paris unter einer weichen, weißen Schneedecke. Autoverkehr ziemlich lahmgelegt. Aber die Metro fährt uns sicher überall hin…

 

 

Das Mittagessen mit Vera Molnar, der ‚Grande Dame der geometrischen Abstraktion‘, war eine große Freude. Die Frage nach ihrem Wohlbefinden (Jahrgang 1924) beantwortet sie stets mit ‚so ungefähr‘, ist aber an Lebendigkeit und Fröhlichkeit nicht zu überbieten.




Statt einer Siesta machte sie sich daran, ihre Vorstellung von der Serie >cinq carrées rouges< mit den vorbereiteten Collage-Elementen auf dem Boden umzusetzen. Eine wundervolle Serie tanzender, hüpfender Quadrate auf weißem Grund entstand unter ihren Händen in den folgenden Stunden. Die neue Edition ist geboren!

 

 

 

Am nächsten Tag Centre Pompidou mit Caesar und Sheila Hicks. Eine Wickel-Arbeit wäre sicher eine großartige Bereicherung des Programmes von youngcollectors, wegen ihrer Monumentalität aber wohl eher unwahrscheinlich.

Auch die Caesar-Retrospektive im Centre war sehr aufschlussreich: die zurzeit ganz aktuellen, zeitgenössischen Polyurethan-Güsse hat Caesar bereits 1969 gemacht! Ein facettenreiches Werk, meist übersehen durch die wohlbekannten, spektakulären gepressten Auto-Blöcke.

 

Ein neuer Tag, ein neuer Museums-Besuch. Diesmal im Maison du Monde Arabe. Dort läuft eine wirklich beeindruckende Ausstellung zum Vergleich der drei monotheistischen Religionen, ihren gemeinsamen Wurzeln, begleitet von zeitgenössischen Kunstwerken internationaler Künstler. Weiter zum Kaffee in die Atelier-Wohnung von André Stempfel (Jahrgang 1930) mitten im 13ième. Er hat interessante neue Arbeiten gemacht, hat kleine blaue Elemente in seine ‚jaune Sénégal‘-farbenen Objekte aufgenommen. Vielleicht macht auch er eine Collage zum 5jährigen Bestehen von youngcollectors?!

 

 

Am nächsten Morgen wieder Rückfahrt nach Miel, nicht ohne im Vorbeiflug noch Dario Pérez-Flores im Atelier in der nord-östlichen Peripherie von Paris zu besuchen. Das Atelier ist schon fast leergeräumt, die Arbeiten sind unterwegs in die Schweiz für eine Ausstellung oder stehen verpackt für die ART PARIS. Eigentlich wollte Dario Pérez-Flores (Jahrgang 1936) keine größeren Ausstellungen mehr machen, aber er wird es nicht lassen können. Sammler aus aller Welt kaufen die Werke noch vor der Vernissage, , und er liebt es, seine Arbeiten in die Welt zu senden. Deshalb müssen wir noch etwas warten auf eine neue Edition für youngcollectors. Ideen gibt es schon, gedulden wir uns also ein wenig.

 

Warten wir auf den Frühling in Paris…